Senfherstellung

Die jahrhundertelange Tradition der Senfherstellung hat zu einer verführerisch abwechslungsreichen Geschmacksvielfalt geführt. Es gibt ihn in den vielfältigsten Varianten, doch jeder Senf hat bereits eine lange Geschichte hinter sich, bis wir mit ihm unseren Saucen und Rostbratwürsten einen unverwechselbaren Geschmack verleihen können. Alles beginnt mit der Geburt. Der Senf erblickt das Licht der Welt als winzige harte Kugel - dem Senfkorn.
Das Senfkorn tritt in schwarz und weiß auf. Die kräftig-scharfen schwarzen Senfkörner findet man vorwiegend in grobem französischen Senf, während hierzulande meist weiße Senfkörner zur Senfherstellung verwendet werden. Sie werden außerdem genutzt zur Wurstherstellung oder zum Einlegen von Senfgurken und sind von Natur aus nicht sonderlich scharf, sondern eher mild-nussig.

Um Senf herzustellen, werden die Senfkörner zuerst zwischen Walzen zerquetscht. Die überbleibende Senfschrot ist sehr ölhaltig, welches erst zum scharfen Geschmack des Senfs führt. Hinzu kommen nun die hauseigenen Gewürzmischungen, sowie Essig, Trinkwasser und Kochsalz, welche alle unter gleichmäßigem Rühren miteinander vermischt werden. Dieser Prozess ähnelt der Bierherstellung und nennt sich Fermentation, welche jedoch nicht mit Gärung verwechselt werden sollte.

Der nun entstandene Brei, auch „Maische“ genannt, wird bei maximal 50 Grad Celsius zu einer, je nach Sorte, mehr oder weniger glatten Paste vermahlen. Anschließend reift der Senf noch einige Zeit, bevor er abgefüllt und verkauft wird.

Der Senf ist aus thüringischen Küchen nicht mehr wegzudenken. Die jahrhundertelange Tradition der Senfherstellung wird bis heute bewahrt und hat erheblich dazu beigetragen, dass Thüringen zu einem kulinarischen Zentrum Deutschlands wurde.

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senfpflanze